Schnelle Hilfe für Sri Lanka

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  • Das Hochwasser hinterlässt Schlamm und Zerstörung

Schnelle Hilfe für Sri Lanka

2026-06-12T11:36:26+02:0012. Juni 2026|

Ende November 2025 wurde Sri Lanka von einer schweren Naturkatastrophe erschüttert. Der Zyklon Ditwah traf am 28. November 2025 auf die Insel und verharrte mehrere Tage über dem Land. Extreme Regenfälle, großflächige Überschwemmungen und zahlreiche Erdrutsche verwüsteten ganze Regionen. Viele Menschen verloren ihr Leben, tausende Familien standen plötzlich vor dem Nichts. Häuser wurden zerstört, Straßen unpassierbar und Lebensgrundlagen weggerissen.

 

Eine Schule, die völlig zerstört wurde

 

Unser Auftrag

„Wer aber die Güter dieser Welt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und sein Herz vor ihm verschließt – wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?“ (1.Joh 3,17).

Diese Situation sahen wir als klaren Auftrag zur christlichen Nächstenliebe. Über lokale Gemeinden konnte schnell und gezielt Hilfe organisiert werden. Ein Team des Bundeszentralverbands Speyer mit fünf Brüdern sowie ein Team des Bezirksverbands Trossingen mit drei Brüdern der CDH Stephanus reisten kurz nach der Katastrophe nach Sri Lanka, um die Lage vor Ort zu erfassen, Hilfsmaßnahmen zu koordinieren und Unterstützung gezielt weiterzugeben.

 

Verteilung geistlicher und körperlicher Nahrung

 

Der Einsatz auf der Insel

Zu Beginn der Reise trafen sich beide Teams zum Austausch und zur Abstimmung der Einsätze. Anschließend trennten sich die Wege, um möglichst viele Regionen zu erreichen. Die Brüder aus Trossingen legten in fünf Tagen rund 1.000 Kilometer von Negombo bis in den Norden der Insel zurück und besuchten zahlreiche Gemeinden. Das Team aus Speyer war auf einer etwa 600 Kilometer langen Route in Colombo, im zentralen Hochland rund um Kandy und schließlich in Batticaloa im Osten im Einsatz.

Die Hilfsaktionen wurden gemeinsam mit örtlichen Pastoren organisiert. Betroffene Familien wurden in Gemeindehäuser eingeladen und erhielten Lebensmittelpakete, Hygieneartikel und weitere lebensnotwendige Güter. Insgesamt konnten über 1.230 Familien versorgt werden. Zusätzlich wurden Matratzen und Gasherde verteilt, um den Alltag unter den schwierigen Bedingungen zu erleichtern. Neben der materiellen Hilfe war auch die seelsorgerliche Begleitung ein wichtiger Bestandteil des Dienstes.

 

Ein Erdrutsch hat die Straße vollständig verschlungen

 

Eindrücke und Erlebnisse

Im Norden der Insel, besonders in der Region Vavuniya, sind die Menschen stark vom Hochwasser betroffen. Innerhalb kurzer Zeit stieg das Wasser um mehrere Meter, nachdem zusätzlich Dämme ohne Vorwarnung geöffnet worden waren. Viele Familien verloren ihren gesamten Besitz. Ein Pastor berichtete, dass in diesen Momenten nur noch eines zählte: die Kinder in Sicherheit zu bringen.

Auch im zentralen Hochland rund um Kandy zeigte sich die Zerstörung deutlich. Mehrere Straßen wurden durch Erdrutsche zerstört. Eine dieser Stellen konnten wir selbst sehen – die Straße war vollständig weggerissen und ganze Dörfer dadurch abgeschnitten. In derselben Region wurde eine kleine Schule schwer beschädigt, nachdem ein Baum eine Wand eingerissen hatte. Südlich von Kandy ereignete sich zudem ein Erdrutsch, bei dem vierzehn Menschen ums Leben kamen. Mitten in der Zerstörung blieb die Praise Garden Church unversehrt – ein bewegendes Zeugnis für die Menschen vor Ort.

 

 

Das Mädchenheim Arudpani in Batticaloa

In Batticaloa besuchten wir das Mädchenheim Arudpani, in dem derzeit 25 Mädchen leben. Auch das Heim war vom Sturm betroffen: Eine Tür wurde durch Hochwasser eingedrückt, drei Fenster zerstört. Der Tag im Heim wird uns in besonderer Erinnerung bleiben. Wir verbrachten eine gesegnete Zeit mit den Kindern, aßen gemeinsam, spielten und tauschten uns aus. Mitgebrachte Geschenke sorgten für große Freude.

Beeindruckend ist, wie die verantwortungsbewussten Mädchen dort wie in einer Familie zusammenleben und sich gegenseitig helfen. Sie besuchen eine öffentliche Schule und suchen täglich im Gebet die Gemeinschaft mit Jesus.

 

Besuch im Arudpani Girls Home

 

Schluss

Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf diese Reise zurück. Gott hat uns unter schwierigen Umständen bewahrt, gesegnet und unserem Dienst Gelingen geschenkt. Ein besonderer Lichtblick war, dass viele Menschen erreicht werden konnten, darunter auch Menschen hinduistischen Glaubens. Sie suchten die Gemeinden auf, nahmen Hilfe an und hörten aufmerksam dem Evangelium zu. Mit Freude sahen wir, wie handgeschriebene Bibelverse auf Karten angenommen wurden. „Im Übrigen betet für uns, ihr Brüder, damit das Wort des Herrn [ungehindert] läuft und verherrlicht wird“ (2.Thess 3,1).

 

In den Bergen werden Lebensmittel Pakete verteilt

 

Wir möchten euch ermutigen, die Arbeit in Sri Lanka weiterhin im Gebet zu begleiten. Noch immer leben viele Menschen in Notunterkünften, da ihre Häuser zerstört oder unbewohnbar sind. Der Dienst geht weiter und ist weiterhin auf Gebet und Unterstützung angewiesen.

 

Matthias Bastian,

Gemeinde Pforzheim

 

Um die Praise Garden Church herum wurden alle Häuser zerstört

 

Lebensmittel-Pakete werden verteilt

 

Gruppebild CDH Stephanus Speyer-Trossingen