Harre auf Gott, denn er wird helfen

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Harre auf Gott, denn er wird helfen

2026-06-12T12:29:45+02:0012. Juni 2026|

Gott ist gütig zu denen, die auf Ihn hoffen. In Zeiten der Freude und des Leidens zeigt Er sich als unser fürsorglicher Vater. Doch die Herausforderung bleibt: Setzen wir Ihn an die erste Stelle und suchen Seinen Rat? Dieser Text beleuchtet die Bedeutung des Wartens auf Gott, die Gefahren der Untreue und die Belohnungen, die uns erwarten, wenn wir in allen Lebenslagen auf Ihn vertrauen.

 

„Der Herr ist gütig gegen die, welche auf ihn hoffen, gegen die Seele, die nach ihm sucht“ (Klgl 3,25). Wo gibt es einen Gott wie unseren, der die Meereswogen glättet und die Haare auf unserem Kopf zählt? Er berief uns, als wir in Sünden lebten und nichts von Ihm wissen wollten. Er sandte Seinen Sohn, um uns zu retten. Ist es nicht das größte Privileg, auf Seine Hilfe hoffen zu können? Ist Er nicht unser Vater geworden, der uns versorgt?

Dennoch ist es immer wieder eine Herausforderung, Gott in unserem Leben an erste Stelle zu setzen, Ihn zu suchen, auf Ihn zu warten und auf Ihn zu hoffen. In unserem Alltag begegnen uns viele Freuden, Triumphe, aber auch Sorgen, Ängste oder Zweifel. Gott möchte, dass wir unabhängig von unserer Situation aufrichtig und rein leben, Ihn suchen und Seinen Namen groß machen.

„Denn der Herr, dein Gott, wandelt mitten in deinem Lager, um dich zu erretten und deine Feinde vor dir dahinzugeben. Darum soll dein Lager heilig sein, dass er nichts Schändliches an dir sieht und sich nicht von dir abwendet“ (5.Mo 23,15).

Es ist eine Herausforderung in unserem Leben, ständig wachsam zu sein, um dem Feind widerstehen zu können. Der Apostel Paulus ermahnt uns: „So lasst uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein!“ (1.Thess 5,6).

Kommen wir dieser Aufforderung nicht nach, laufen wir Gefahr, zu sündigen und dadurch uns und unseren Nächsten zu schaden.

 

Auf Gott warten – in Bedrängnis

Die Bibel berichtet von der Stadt Ai, die von Israel nicht eingenommen werden konnte, weil Achan etwas von dem Gebannten nahm. Deshalb wandte Sich Gott von Seinem Volk ab und Israel wurde von Ai zurückgedrängt. Josua wusste nicht, woran es lag, doch er demütigte sich in dieser schweren Situation und wartete auf Gottes Antwort. Gott offenbarte ihm daraufhin, dass sich Israel versündigt hatte. Gott sprach: „Ich werde künftig nicht mit euch sein, wenn ihr nicht den Bann aus eurer Mitte vertilgt!“ (Jos 7,12b). Die Zuversicht, die Stadt Ai zu erobern, war im ersten Moment dahin. Josua hätte zweifeln können, aber er vertraute auf seinen Gott, und er wurde nicht beschämt.

 

Auf Gott harren – in guten Zeiten

Es ging wieder aufwärts mit dem Volk Israel. Gott offenbarte Josua, dass Achan gegen Gott gesündigt hatte und Achan gestand, dass er einen Mantel, zweihundert Schekel Silber und einen Goldbarren unter seinem Zelt vergraben hatte. Achan hatte genommen, was Gott verboten hatte. Als Konsequenz wurde er aus dem Volk verbannt und gesteinigt. Daraufhin wandte sich der Zorn Gottes von Israel ab. Die Sünde war gebannt und der Triumphzug ging weiter. Ai wurde erobert und die Israeliten kamen ihrem Ziel, dem Gelobten Land, näher. Ich denke, viele von uns haben durch eigene Erfahrungen gelernt, sich in schwierigen Situationen auf Gott auszurichten. Aber wie sieht es im Alltag aus, wenn wir keinen großen Herausforderungen gegenüberstehen? Ruhen wir uns dann auf ihnen aus oder sind wir auf der Hut vor dem Widersacher, damit er uns nicht mit einer List überrumpelt? Harren wir auch dann auf unseren Gott? Fragen wir dann nach Seinem Rat?

 

Die Heilige Schrift gibt uns ein Beispiel dafür, wie es auch in unserem Leben manchmal zugeht. Die Botschafter von Gibeon versuchten, das Volk Israel zu täuschen. Sie statteten sich mit abgenutzten, zerrissenen und geflickten Weinschläuchen aus, mit abgenutzten und geflickten Schuhen an den Füßen und mit trockenem Brot. Das reichte, um Josuas Vertrauen zu gewinnen, sodass er Gott nicht befragte, ob er einen Bund mit den Gibeonitern schließen sollte (vgl. Jos 9,14-15). Weil sie den Herrn nicht befragten und den Bund mit den Gibeonitern eingingen, konnten sie Gibeon später nicht angreifen. Josua handelte hier nicht absichtlich gegen Gott, aber ich denke, dass er in dieser Situation nicht wachsam war und so hintergangen werden konnte.

 

Diese Beispiele sollen uns zeigen, dass wir den Herrn immer vor Augen haben sollen, egal, ob es uns gut oder schlecht geht. Auf Ihn wollen wir hoffen, Seinen Rat abwarten und dann handeln.

 

Was folgt, wenn wir nicht auf Gott warten?

Welche Folgen es haben kann, wenn wir nicht ausharren und auf Gottes Verheißungen warten, sei es aus Ungeduld, sei es aus mangelndem Glauben, ist sehr unterschiedlich. Als König Saul durch die Philister in Gilgal in Bedrängnis geriet und das Volk Israel voller Angst war und zu fliehen begann, war Saul verzweifelt und schaute auf die Umstände, worauf er kurzerhand selbst das Brandopfer darbrachte. Doch Gott kommt nicht zu spät und Er lässt uns nicht allein. Er sandte Seinen Knecht Samuel zur rechten Zeit. Als Samuel sah, was Saul getan hatte, tadelte er ihn und prophezeite, dass Sauls Königreich nun keinen Bestand haben könne (vgl. 1.Sam 13,13). Saul hatte einen klaren Auftrag erhalten, aber er harrte nicht aus, und so wurde ihm das Königtum von Gott entrissen.

 

Gott möchte sich aber nicht von uns abwenden, Er sandte Seinen Sohn zu uns auf die Erde, um Armen die gute Botschaft und Gefangenen Befreiung zu verkünden, Blinden, dass sie wieder sehen und um Zerschlagene in Freiheit hinzusenden (vgl. Lk 4,18). Gott will uns in unserem Leben beistehen, Er will, dass wir Ihm folgen. Er ist unser Vater, der für uns sorgt. Wenn jemand Ihn um Brot bittet, so wird Gott ihm keinen Stein geben. Im Matthäusevangelium lesen wir von der Speisung der Viertausend. Jesus heilte dort Lahme, Blinde, Krüppel und Stumme und die ganze Volksmenge folgte Ihm und wich nicht von Seiner Seite. „Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach: Ich bin voll Mitleid mit der Menge; denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen, und ich will sie nicht ohne Speise entlassen, damit sie nicht auf dem Weg verschmachten“ (Mt 15,32).

Gott verlässt uns nicht; die auf Ihn harren und Ihn suchen, werden gestärkt. Wir erhalten auf dem Weg in die verheißene Herrlichkeit Speise zur rechten Zeit von Ihm, weil Er unser Versorger ist – an Geist, Seele und Leib.

 

Jimmy Seibel,

Gemeinde Blomberg