ACHTUNG! Falsches Brot

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ACHTUNG! Falsches Brot

2026-06-12T12:21:59+02:0012. Juni 2026|

In einer Zeit, in der wir täglich von unzähligen Informationen, Bildern und Stimmen umgeben sind, stellt sich die Frage, womit wir unsere Seele wirklich nähren. Die Bibel spricht vom wahren und vom falschen, trügerischen Brot – von dem, was uns geistlich stärkt, und dem, was uns unmerklich schwächt und vom Leben mit Gott entfernt.

 

„Wenn du mit einem Herrscher zu Tisch sitzt, so bedenke gut, wen du vor dir hast! Setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist! Lass dich nicht gelüsten nach seinen Leckerbissen, denn das ist ein trügerisches Brot!“ (Spr 23,1-3).

„Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel. Denn das Brot Gottes ist derjenige, der aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot!“ (Joh 6,32-34).

 

Diese beiden Schriftstellen stellen das „wahre Brot“ und das „trügerische Brot“ einander gegenüber – ein geistlicher Gegensatz, der bis heute nichts an Bedeutung verloren hat. Das wahre Brot, das vom Himmel kommt, nährt den inneren Menschen und schenkt Leben. Das trügerische Brot hingegen wirkt verlockend, ist aber von täuschender Natur und führt zu geistlicher Schwäche.

Schon vor vielen Jahren offenbarte Gott Seinem Volk in einer Vision ein eindrückliches Bild: Der Widersacher hatte ein Netz über den ganzen Erdkreis geworfen und alle Menschen waren miteinander verbunden. Nur wenige durchbrachen dieses Netz und stellten eine Verbindung nach oben her – zu Gott. Was damals rätselhaft erschien, ist heute leicht zu verstehen. Diese Vision beschreibt treffend unsere vernetzte Welt, in der Menschen zwar digital verbunden, geistlich jedoch oft gefangen sind. Dabei geht es nicht darum, moderne Technologien oder das Internet grundsätzlich zu verurteilen, sondern um die ernste Mahnung, wachsam zu bleiben. Es soll daran erinnert werden, wie leicht das Herz durch äußere Reize abgelenkt werden kann und wie schnell die Verbindung zu Gott schwächer wird, wenn geistliche Nüchternheit verloren geht.

 

Noch vor einigen Jahren wurde häufig auf die Jugend gezeigt, weil sie so stark von ihren Handys eingenommen war. Heute betrifft dieses Phänomen längst nicht mehr nur die junge Generation – alle Altersgruppen sind in gleicher Weise hineingezogen in diese digitale Welt, die so viel Aufmerksamkeit fordert und gleichzeitig den inneren Menschen schwächen kann, wenn das wahre Brot fehlt.

 

Das trügerische Brot der Gegenwart

Im Buch der Sprüche lesen wir von dem falschen Brot, das von außen verlockend aussieht, in seinem Wesen jedoch betrügerisch ist. Es schmeckt süß im Mund, doch im Inneren wirkt es wie Gift. Es vergiftet den inwendigen Menschen und bringt ihn in die Gefahr, geistlich zu sterben. Genau das ist das Ziel des Widersachers. Er arbeitet mit großem Eifer daran, durch seine Diener so viel wie möglich von diesem verführerischen Brot auszuteilen. Es sieht harmlos aus, doch es trägt die Saat des Verderbens in sich.

Ein Beispiel zeigt, wie raffiniert diese Versuchung wirkt: Eine ältere Schwester bat einst um Hilfe bei einer Einstellung auf ihrem Handy. Beim Öffnen erschienen zahlreiche Videos, deren Inhalte erschreckend waren. Einer der Titel lautete: „Ich war im Himmel“. In diesem Video berichtete jemand stundenlang, was er angeblich im Himmel gesehen und mit wem er gesprochen habe. Auch andere ähnliche Videos waren dort zu sehen. Nachdem die Schwester ermahnt worden war, erkannte sie, dass diese Dinge ihre Seele nicht erbauten, sondern sie innerlich leer machten. Sie tat Buße und bekannte, dass sie nach solchen Inhalten keine geistliche Freude, sondern Leere verspürte.

 

Wer kann schon wissen, woher solche Videos stammen und ob sie überhaupt der Wahrheit entsprechen? In unserer Zeit werden täglich unzählige Botschaften, Meinungen und Videos verbreitet – viele davon mit einem religiösen Anstrich, aber ohne geistliche Substanz. Man merkt kaum, wie viel wertvolle Zeit damit vergeht, sich mit Dingen zu beschäftigen, die das Herz nicht nähren, sondern nur ablenken. Diese Zeitverschwendung ist für viele zur Gewohnheit geworden. Und aus Gewohnheit entsteht Bindung. So stellt sich die ernste Frage: Wo bleibt unsere geistliche Nüchternheit und Wachsamkeit? Wie muss sich der Heilige Geist fühlen, wenn Er sieht, dass Gläubige – oft unbemerkt – ihre Zeit mit leerem Brot füllen, anstatt mit dem Wort Gottes. Es ist kein Einzelfall. Viele, die einst andere wegen oberflächlicher Ablenkung verurteilt haben, sind heute selbst hineingezogen in denselben Strudel.

 

Die verführerische Nahrung der heutigen Zeit

Ein Ältester erzählte, dass während der Zeit der Corona-Pandemie, als Gottesdienste vielerorts ausgesetzt waren, etliche Gläubige begannen, moderne Prediger im Internet zu hören. Anfangs schien es harmlos, doch bald verloren sie den Halt in der Wahrheit. Einige wurden von falscher Lehre ergriffen und mussten schließlich aus der Gemeinde ausgeschlossen werden. Das ist die bittere Frucht dieses falschen Brotes.

 

Darum brauchen wir heute mehr denn je geistlich geübte Sinne, um zu unterscheiden, was göttlich und was trügerisch ist. „Die feste Speise aber ist für die Gereiften, deren Sinne durch Übung geschult sind zur Unterscheidung des Guten und des Bösen“ (Hebr 5,14).

Wie aber gelangen wir zu dieser geistlichen Reife? Wie werden unsere Sinne geschult? Und wie lernen wir, Gutes und Böses klar zu unterscheiden?

 

Wenn wir unsere Zeit damit verbringen, stundenlang über politische Ereignisse, sensationelle Berichte oder angebliche himmlische Erlebnisse zu schauen, dann schwindet das Verlangen, die Bibel zu lesen oder im Gebet zu verweilen. Solche Inhalte wirken wie ein süßes, aber trügerisches Brot: Es füllt, aber nährt nicht. Es raubt den geistlichen Appetit und macht die Seele krank.

Die Schrift sagt: „Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein“ (Mt 6,21).

Wenn unser Schatz in irdischen Dingen wie Bildern, Videos, Meinungen oder Nachrichten liegt, dann wird auch unser Herz an diese Dinge gebunden sein. Doch wer sich vom Wort Gottes ernährt, dessen Herz bleibt fest in Christus verwurzelt.

 

Darum lasst uns prüfen, womit wir uns füllen. Möge der Herr uns helfen, das trügerische Brot zu erkennen, es abzulehnen und uns neu nach dem wahren Brot auszustrecken, das aus dem Himmel kommt und Leben schenkt.

 

Man merkt kaum, wie viel wertvolle Zeit damit vergeht, sich mit Dingen zu beschäftigen, die das Herz nicht nähren, sondern nur ablenken.

 

Die Notwendigkeit des geistlichen Hungers

Das wahre Brot ist das Wort Gottes – und dieses Brot ist Jesus Christus selbst. In Ihm vereint sich das göttliche Leben, das die Welt erhält und die Seele nährt. Doch dieses Heilige Wort Gottes steht heute vielerorts in großer Verachtung. Viele schätzen es gering, lesen es kaum oder lassen es durch andere Stimmen übertönen. Der Heilige Geist hat uns schon vor langer Zeit gewarnt, dass solche Zeiten kommen würden, in denen das Wort selten wird und diese Zeiten sind nun da. Als die Jünger von diesem Brot kosteten, da spürten sie: hier ist Leben, hier ist Kraft, hier ist Wahrheit. Und sie baten: „Herr, gib uns allezeit dieses Brot!“ (Joh 6,34).

 

Sie hatten den Geschmack des Himmels erkannt und wünschten sich nichts
anderes mehr. Ebenso ruft der Psalmist David: „Schmeckt und seht, wie freundlich der HERR ist“ (Ps 34,9). Wer einmal vom wahren Brot gegessen hat, dessen Herz verlangt nach mehr. Dieses Brot stillt den Hunger nicht nur für den Augenblick, sondern nährt für das ewige Leben.

Vor einiger Zeit fand eine Gebetsstunde mit der Jugend statt, in der ein Gedanke besonders ins Herz fiel: „Und der Knabe Samuel diente dem HERRN vor Eli. Zu jener Zeit war das Wort des HERRN selten; es brach sich keine Offenbarung Bahn. Und es geschah eines Tages, dass Eli an seinem Schlafplatz lag; seine Augen hatten angefangen, schwach zu werden, sodass er nicht mehr sehen konnte“ (1.Sam 3,1-2).

 

Dieses Wort ist von erschütternder Aktualität. Wenn das Wort des HERRN selten wird, werden auch die Augen dunkel. Wo das Wort fehlt, schwindet die geistliche Orientierung, und der Mensch verliert die klare Sicht für das, was gut und richtig ist.

Als diese Botschaft unter der Jugend geteilt wurde, berührte sie viele Herzen tief. Zahlreiche junge Menschen kamen nach vorn, bewegt von der Erkenntnis, dass das Wort in ihrem Leben selten geworden war, während andere Dinge wie Unterhaltung, Ablenkung oder digitale Einflüsse ständig präsent waren. Doch in diesem Bekenntnis geschah etwas Kostbares: sie taten Buße, und der HERR schenkte Erneuerung. Aus geistlicher Schwäche wurde neue Sehnsucht, aus Leere neue Freude am Wort.

 

Die Wirkung des wahren Brotes

Wie deutlich sehen wir dieses Bild auch in vielen Gemeinden Jesu Christi heute: Es mangelt an geistlichem Leben, an Kraft, an Wirkung des Heiligen Geistes. Und einer der größten Gründe liegt im Unglauben – einem Unglauben, der genährt wird durch das falsche Brot, das uns täglich angeboten wird. Dieses Brot schwächt die Seele, weil es den Glauben nicht fördert, sondern erstickt.

 

„O dass du doch auf meine Gebote geachtet hättest! Dann wäre dein Friede wie ein Wasserstrom gewesen und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen“ (Jes 48,18).

Je mehr wir im Wort Gottes bleiben, desto lebendiger wird unser Gebet. Das wahre Brot bringt wahren Frieden, wahre Freude und wahre Freiheit im Geist. Es nährt den Glauben, stärkt die Seele und reinigt das Herz. Wer im Wort bleibt, wird verwandelt, wächst in der Erkenntnis und gelangt Schritt für Schritt zur geistlichen Vollkommenheit.

Das Ergebnis davon sind geübte Sinne und eine heilige Gewöhnung an die Gegenwart Gottes. Und je tiefer wir im Wort gegründet sind, desto klarer erkennen wir das Gute und das Böse. Das Licht des Wortes macht sichtbar, was verborgen war, und führt sicher durch die Dunkelheit dieser Welt.

 

„Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk zügellos, aber wohl ihm, wenn es das Gesetz bewahrt!“ (Spr 29,18).

Die größte Offenbarung geschieht nicht in äußeren Wundern oder spektakulären Erlebnissen, sondern dort, wo der Heilige Geist dem Einzelnen das Wort Gottes persönlich offenbart. Wo solches Wirken fehlt, da wird das Herz wüst und leer, das Denken unruhig und der Glaube schwach. Doch wo der Geist Gottes das Wort lebendig macht, da entsteht neues Leben, neue Freude und neue Richtung.

 

Darum segne uns der HERR, dass wir uns täglich vom wahren Brot nähren – von Seinem Wort, das allein Leben gibt. Möge Er unsere Augen öffnen und uns lehren, in Seinem Gesetz die Wunder zu erkennen, die uns stärken, trösten und leiten. So werden wir vorbereitet auf die schweren Zeiten, vor denen der Heilige Geist uns schon lange warnt. Und möge es in uns sein, wie der Psalmist betete: „Öffne mir die Augen, damit ich sehe die Wunder in deinem Gesetz!“ (Ps 119,18).

Der Herr segne uns dabei!

 

Matthias Maurer

Gemeinde Bremerhaven