Äthiopien - Einblicke in Geschichten, die berühren

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Äthiopien - Einblicke in Geschichten, die berühren

2026-08-17T10:38:02+02:0017. August 2026|

Wie bereits seit 14 Jahren machte sich auch diesmal wieder eine Reisegruppe aus Deutschland auf den Weg, um den Gemeinden in Äthiopien zu dienen. Auch in diesem Jahr konnten wir mehrere Gemeinden besuchen, sie durch das Wort Gottes stärken und Hilfsgüter übergeben. Zum ersten Mal durfte eine Reisegruppe zudem das Projekt „Talita Rise Up“ besuchen, das uns alle besonders prägte.

Am 15.03. begann unsere Reise in Frankfurt. Die Reisegruppe bestand aus 19 Gemeindemitgliedern aus ganz Deutschland und Polen. Die Projektleiter Pastor Waldemar Schulz (Bruchmühlbach) und Bischof Roman Jawdyk (Legnica, Polen) waren ebenfalls wieder dabei; ihre langjährige Erfahrung in diesem Land bemerkte man an vielen Stellen.

Über Addis Abeba flogen wir nach Jimma und trafen dort unsere Übersetzer und Koordinatoren Atersey und Fizum. Auch Pastor Nasphim begleitete uns auf der Reise rund um die Stadt Bonga, die etwa zwei Stunden von Jimma entfernt liegt.

 

Pastor Waldemar und die kleinen Waisenkinder

Zwei Wochen voller Begegnungen

In der ersten Woche besuchten wir Gemeinden, mit denen wir bereits länger zusammenarbeiten. Dort hielten wir Gottesdienste, predigten und spielten mit den Kindern. Außerdem besuchten wir eine Schule, die seit Beginn des Projekts vom Missionswerk unterstützt wird. Früher gab es da nur zwei Lehmhütten für den Unterricht – heute stehen dort mehrere gemauerte Gebäude, ein großer Sportplatz und sogar Bäume, die Schatten spenden. Inzwischen gehört diese Schule zu den renommiertesten der Region.

Nach einer Woche flogen wir zurück nach Addis Abeba. Hier besuchte der Vorstand die an Krebs erkrankte Atakilt, die Gründerin von „Talita Rise Up“. Anschließend flogen wir gemeinsam mit ihrem Sohn Aman, dem Koordinator des Projekts, nach Hawassa.

 

Renovierung im Safehouse

Dort besuchten wir am Sonntag zwei Gemeinden und lernten in der zweiten Woche das Projekt „Talita Rise Up“ näher kennen. Das Projekt besteht aus mehreren Bereichen, insbesondere aus dem Safe House und dem Baby Home. Im Safe House leben Mädchen, die misshandelt worden waren und dort Schutz, Hilfe und Betreuung fanden. Im Baby Home werden Babys aufgenommen, die ausgesetzt und an verschiedenen Orten gefunden worden waren. Diese Kinder wurden vor dem sicheren Tod bewahrt und haben nun die Möglichkeit zu leben.

Neben Hygieneartikeln und Babynahrung halfen wir auch selbst mit und führten Renovierungsarbeiten in beiden Häusern durch. So endete unsere Reise – dankbar für alles, was wir erleben durften, und besonders bewegt von „Talita Rise Up“. Unser Gebet ist, dass die Menschen dort Jesus kennenlernen und neue Hoffnung finden.

Yared im Stephanus-T-Shirt

 

Yareds Zeugnis

Yareds bewegende Geschichte beginnt schon vor seiner Geburt. Noch während er im Bauch seiner Mutter war, verließ sein Vater die Familie. Yared lernte ihn nie kennen. Seine Mutter musste in einer anderen Stadt arbeiten, um Geld zu verdienen, und ließ ihn oft bei Nachbarn zurück. In Zeiten, in denen sie keine Arbeit fand, sah sie keinen anderen Ausweg, als ihren Körper zu verkaufen. So infizierte sie sich mit HIV.

Zwei Jahre später lernte sie einen neuen Mann kennen, der ihr viele Versprechungen machte; doch auch er ließ sie während der nächsten Schwangerschaft allein. Als Yared fünf Jahre alt war, wurde seine Mutter schwer krank. Eines Morgens fand er sie tot vor. Er und sein zweijähriger Bruder wurden von Nachbarn aufgenommen, doch der kleine Bruder wurde dort schlecht behandelt. Eines Tages adoptierte eine Familie aus den USA seinen Bruder. Es war das letzte Mal, dass Yared ihn sah.

 

Bibelgeschenke an die Pastoren

 

Seine Großmutter nahm ihn auf, obwohl sie selbst kaum etwas hatte, und sorgte liebevoll für ihn. Die Schulzeit war schwer, denn Yared sorgte sich ständig ums Essen.

Dann nahm Atakilt Janka, die Gründerin von „Talita Rise Up“, ihn auf und versorgte ihn und seine Großmutter mit Lebensmitteln – von da an verbesserten sich seine Schulleistungen deutlich.

Mit 16 Jahren hörte Yared eine Predigt über Gott als liebenden Vater. Zum ersten Mal verstand er, dass ein Vater lieben kann, und er gab Gott sein Leben. Später erzählte er seiner Großmutter von Jesus, betete für sie, und kurz vor ihrem Tod nahm sie Jesus als ihren Retter an.

Heute ist Yared ein glücklicher Mensch. Er hat Freude und Liebe in seinem Herzen gefunden und ist für viele ein Vorbild geworden. Für ihn zählt nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft: „You can’t go forward if you think backwards.“ („Du kannst nicht vorwärtsgehen, wenn du ständig rückwärts denkst.“

Justin Henkel

Gemeinde Miesau

 

Justin und Ekinder

Justin und sein bester Freund Yared

Leul und sein neuer Affe

Nelli kocht Buna