Der Tröster

  • „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch auch in aller Wahrheit leiten.“ (Joh 16,13). Bildquelle: AdobeStock © ILYA AKINSHIN

Der Tröster

2020-12-01T20:17:39+01:0028. Mai 2020|

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„Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? Doch weil ich dies zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden“ (Joh 16,5-7).

Lasst uns unsere Aufmerksamkeit diesen Worten unseres Herrn Jesus Christus schenken: „Nun aber gehe ich hin.“ Wohin beabsichtigt Jesus Christus denn zu gehen? Weiterhin spricht er: „Ich gehe hin zu dem, der mich gesandt hat.“ Der himmlische Vater sandte Jesus Christus zu Seiner bestimmten Zeit auf die Erde. Welches Ziel und welche Aufgabe gab er Ihm?

Die Antwort finden wir im Johannes Evangelium: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3,16). Gott hat die Welt geliebt. Wir können nur darüber nachdenken und uns über diese Liebe wundern: Gott hat die Welt geliebt.

Wieso? Gottes Wort sagt uns doch, dass auf der Erde alle Menschen in Sünde waren und unter ihnen nicht ein Gerechter war. Für solche Sünder hat Gott eine für uns unbegreifliche Liebe – er gibt Seinen eingeborenen Sohn zum Leiden, Er schickt Ihn in den schrecklichsten Tod – den Tod am Kreuz – um uns sündige Menschen zu retten.

Wie sehr müssen wir Seine Leiden und Seinen schmerzvollen Tod schätzen, den Er auf Sich nahm, um uns das Leben – das ewige Leben – zu geben. Preis sei Dir, teurer Erretter, gebracht! Christus zeigte uns, wie ein richtiges und heiliges Leben aussehen muss, indem Er auf dieser Erde in einem menschlichen Körper lebte. Er erfüllte die Aufgabe Seines himmlischen Vaters.

Am Ende Seines irdischen Lebens, kurz vor dem Beginn Seines Leidens, sprach Er zu Seinen besorgten Jüngern: „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen” (Joh 14,18). „Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit“ (Joh 14,16). Die Arbeit unseres Herrn Jesus Christus war nicht durch Sein irdisches Leben begrenzt. Christus wandelte für eine bestimmte Zeit auf der Erde in einem menschlichen Körper.

Aber nachdem Er das Ihm Anvertraute vom himmlischen Vater erfüllt hatte, ging Er zu Seinem Vater in den Himmel. Aber über den Heiligen Geist sagte Er, dass Er mit uns in Ewigkeit sein werde. Bibelleser kennen das Ereignis, das sich am Pfingsttag ereignete. Genau an dem Tag kam der von Christus versprochene Heilige Geist auf die Wartenden hernieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in verschiedenen Zungen zu sprechen, welche ihnen der Geist eingegeben hatte.

Pfingsten – das ist ein großer Feiertag für das israelitische Volk. Lesen wir einige Verse aus der Apostelgeschichte: „Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völlkern unter dem Himmel“ (Apg 2,5). Ich glaube, dass selbst ein nicht besonders gebildeter Mensch erkennen kann, dass alle versammelten Menschen in Jerusalem Hebräer waren, die aus ganz Israel zusammengekommen waren, um das Wochenfest zu feiern. Es waren keine Heiden, wie es heute manche Lehrer behaupten.

Denken wir einmal an das Johannes Evangelium: „Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du, ein Jude, erbittest etwas zu trinken von mir, einer samaritischen Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern“ (Joh 4,9). Die ersten Heiden, die überhaupt erwähnt wurden, sind aus dem Haus des Kornelius. Aber schauen wir einmal aufmerksam, wie Gott dem Apostel Petrus auftrug, zu den Heiden zu gehen; und auch, wie die anderen Apostel ihm vorwarfen, dass er zu den Heiden gegangen war. Und erst nachdem er ihnen erklärte, dass Gott ihm eine Vision gezeigt und ihn selbst zu Kornelius ins Haus gesandt hatte, beruhigten sie sich (vgl. Apg 10).

Um in der Erkenntnis des Wortes Gottes zu wachsen, ist es unumgänglich, einfach und demütig zu sein.

Als er in das Haus des Kornelius trat, sprach er zu ihnen: „Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. […] Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten. Und die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, weil auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde“ (Apg 10,28; 44f).

Lasst uns einmal darüber nachdenken: Woher wussten die Juden, dass der Heilige Geist auch auf die Heiden ausgegossen wurde? Dies ist eine sehr wichtige Frage und der Schriftsteller dieses Evangeliums selbst antwortet darauf: „Denn sie hörten, dass sie in Zungen redeten und Gott hoch priesen“ (Apg 10,46). An einer anderen Stelle der Schrift steht geschrieben, dass Paulus fragte: „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. […] Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten“ (Apg 19,2; 6).

Was kann man dem hinzufügen? Aus diesen Beispielen muss allen gläubigen Christen klar werden, dass die Taufe des Heiligen Geistes mit der Sprache in anderen Zungen einhergeht, an welche wir glauben, und nicht nur glauben, sondern dieses Wunder selbst in unseren Gebeten erleben. Dafür danken wir Gott von Herzen, dass Er uns dies auf aufgetan und zu Seiner Zeit im Glauben an das Evangelium gegeben hat.

Aber warum spreche ich heute darüber und was bewegte mich, darüber zu schreiben? Wir leben in einer Zeit des großen Fortschritts in der Wissenschaft und der Technik. Selbst das, was wir in den eigenen Wänden sprechen, können sowohl unsere Freunde als auch die, die nicht unsere Freunde sind, hören. Und noch viel mehr – sie können unsere Rede aufnehmen und so wiedergeben, dass es den bloßstellt, der ihnen nicht gefällt.

Einige Gläubige, die meine Predigten hören, nennen sie Ketzerei. Ich antworte in einem solchen Fall mit Worten aus der Heiligen Schrift: „Der Geborene im Fleisch jagt den Geborenen im Geist.“ Ich möchte für diese Menschen beten, damit Gott ihnen das Wort öffnen möge. Ein Mensch, der mir schaden wollte, dachte sich einen Text aus und veröffentlichte ihn mit meinem Foto unter meinem Namen. Möge Gott ihm vergeben! Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie etwas im Internet geschrieben. Ich weiß noch nicht einmal, wie man das Internet benutzt.

Ich hatte einst auf der Arbeit einen ungläubigen Brigadier. Er war jedoch sehr weise. Wenn jemand etwas gegen ihn redete, gab er immer folgende Antwort: „Wir leben zwischen Menschen. Die Weisen werden es verstehen, aber den Dummen kann man nichts weis machen.“ Möge Gott uns helfen, weise zu sein. Aber nicht bloß vor den Menschen, sondern was viel kostbarer ist, weise zu sein vor Gott. Wir sollen niemanden erniedrigen, denn wir müssen für alles vor Gott Rechenschaft abgeben.

Aber vor allem, was Gottes Wort angeht, und insbesondere zu der Taufe des Heiligen Geistes möchte ich etwas hinzufügen. Vergesst nicht, dass Christus folgendes sagte: „Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben […] weder in dieser noch in der zukünftigen Welt“ (Mt 12,31f.). Apostel Paulus schrieb im zweiten Brief an Timotheus folgende Worte: „Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden. Denn die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos“ (2.Tim 3,1f.) und weiter folgt eine Aufzählung verschiedener Propheten.

Aber das Verwunderlichste ist, dass es einige gibt, „die immer auf neue Lehren aus sind und nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können“ (2.Tim 3,7). Aus welchem Grund können diese zwar immer lernen, aber nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen? Das erklärt Paulus in den nächsten Versen: „Wie Jannes und Jambres dem Mose widerstanden, so widerstehen auch diese der Wahrheit: Es sind Menschen mit zerrütteten Sinnen, untüchtig zum Glauben“ (2.Tim 3,8).

Das ist der Grund: Widerstand gegen die Wahrheit! Zu Seiner Zeit sprach Jesus zu den Juden: „[Ihr] werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8,32). Vor Seinem Leiden sprach Jesus im Gebet zu Seinem himmlischen Vater solche Worte: „Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit“ (Joh 17,17).

Möge Gott selbst jedem, der nach der Wahrheit strebt, einen Durst schenken, aus dem Wort Gottes zu lernen. In Ihm ist die Wahrheit. Damit wir nicht unsere Weisheit predigen, sondern das, was das Wort Gottes uns lehrt, denn die Offenbarung Seines Wortes erleuchtet und gibt den Einfachen Erkenntnis.

Um in der Erkenntnis in Gottes Wort zu wachsen, ist es unumgänglich, einfach und demütig zu sein. Alle verstehen, was die Worte „Demut“ und „Einfachheit“ bedeuten. Einem Stolzen fällt es schwer zuzugeben, dass er etwas nicht versteht. Er gibt vor, weise zu sein und deswegen fällt es ihm so schwer, die Wahrheit Gottes zu verstehen. Denn Gott widersteht den Hochmütigen und ist den Demütigen gnädig. „So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit“ (1.Petr 5,6).

Möge Gott jedem, der nach der Wahrheit strebt, einen Durst schenken, um aus dem Wort Gottes zu lernen.

Lasst uns noch einmal zu den Worten zurückkehren, die Jesus über einen anderen Tröster gesprochen hat, nämlich über den Heiligen Geist: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch auch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen“ (Joh 16,13). Aus diesen Worten hören wir, dass der Heilige Geist nicht schweigt, sondern spricht. Er erinnert uns an das, was Jesus Christus gesprochen hat.

Genauso überführt und belehrt er uns, und dazu offenbart Er uns die Zukunft. Gepriesen sei Gott für Seine Sorge um uns. Es ist sehr traurig, dass viele Christen diese Arbeit des Heiligen Geistes unterdrücken und noch viel schlimmer – auch nicht an sie glauben und Seine Stimme nicht annehmen. Apostel Paulus ruft das Volk Gottes in seinem Brief auf: „Betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. Den Geist löscht nicht aus. Prophetische Rede verachtet nicht. Prüft aber alles und das Gute behaltet“ (1.Thess 5,17-21).

Wie wichtig ist es, dies zu wissen und zu tun. Löscht nicht den Geist aus und unterdrückt nicht die Prophetie: Wenn euch etwas nicht verständlich ist, dann betet. Gott wird es euch auftun, es ist keine Sünde. Jeder Christ hat das Recht, seine Meinung zum einen oder anderen Wirken des Heiligen Geistes zu sagen. Es ist nur wichtig, dies in der Furcht Gottes zu tun.

Ich erinnere mich sehr gut an ein Zeugnis eines Bruders, der ein Gefäß Gottes war. Als er noch in dem Gebiet Kom lebte, kam ein Komiker aus beruflichen Gründen dorthin angereist, der sich über die Gaben des Heiligen Geistes lustig machte. Der Heilige Geist erfüllte den Bruder. Er stand auf und sprach zu diesem Menschen: „Du wirst dich so drehen“ und er hat sogar mit den Händen gezeigt, wie er sich drehen würde. Aber der Komiker, an den das Wort gerichtet war, nahm die Worte nicht an, spottete nur darüber mit der Erwiderung: „So werde ich mich drehen.“

Es vergingen einige Tage nach diesem Ereignis. Und als er mit dem Auto auf der Straße fuhr, fing er an, sich zu drehen. Sowohl das Auto als auch er wurden so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass er es nur knapp überlebte. Wie schrecklich ist es, gegen Gott und gegen die Wirkung des Heiligen Geistes zu widerstreben.

Einem Stolzen fällt es schwer zuzugeben, dass er etwas nicht versteht. Er gibt vor, weise zu sein und deswegen fällt es ihm so schwer, die  Wahrheit Gottes zu verstehen.

Ich erinnere mich an eine Lektion eines Atheisten. Die Älteren erinnern sich bestimmt noch, wie des Öfteren Atheisten auf der Arbeit Lektionen gegen Gott und gegen die, die an Ihn glaubten, durchführten. Bei einer solchen Lektion versuchte der Lektor zu beweisen, dass es keinen Gott gibt und sagte zum Schluss: „Als Zeichen dafür, dass es keinen Gott gibt, lasst uns unsere Fäuste nach oben Strecken und mit ihnen winken.“

Ich meine es waren alle, die anfingen, mit ihren Fäusten zu winken. Nur ein alter Mann, der in der ersten Reihe saß, hatte seine Hände gefaltet und saß ruhig. Als ihn der atheistische Lektor erblickte, sprach er: „Wieso winken Sie nicht mit den Fäusten, lieber Herr?“

Der alte Mann antwortete: „Sie sind so sehr überzeugt, dass es Gott nicht gibt. Wem soll dann das Winken mit den Fäusten gelten? Und wenn es Ihn doch gibt, so fürchte ich mich, Ihm meine Fäuste entgegen zu strecken.“ Ich denke einige unserer Leser sollten von diesem alten Herrn etwas lernen.

Wenn ihr heute behauptet, dass es keine Gaben des Heiligen Geistes gibt und ihr keinen Glauben habt, dass es sie auch heute noch gibt, so rate ich euch: Hebt nicht eure Fäuste und macht nicht euren Mund auf, um böse Reden gegen die Gnade Gottes zu sprechen. Ihr lauft große Gefahr, den Heiligen Geist Gottes zu lästern.

Wir Christen des Glaubens an das Evangelium verbergen nicht, dass es zwischen dem Volk Gottes, wo es Gaben des Heiligen Geistes gibt, auch Unwissenheit gibt. Es gibt auch bei uns Fehler, es gibt Prophetien, die nicht von Gott kommen, sondern von Menschen. Aber alles zu verleugnen und zu unterdrücken ist eine große Gefahr.

Deshalb schreibt Apostel Paulus: „Den Geist löscht nicht aus. […] Prüft aber alles und das Gute behaltet“ (1.Thess 5,19-21). Wir haben das Recht, die Prophetie zu prüfen, nicht jedoch uns darüber lustig zu machen und Gottes Gaben herabzuwürdigen. Denn noch in längst vergangener Zeit versprach Gott durch den Propheten Joel, dass Er in der letzten Zeit Seinen Heiligen Geist ausgießen würde auf jeden Menschen: Die Söhne und Töchter werden prophezeien und Gesichter sehen (vgl. Joel 3,1).

Möge der Herr diese Jungen und Mädchen segnen. Amen.

 

Peter Noworok,
Ukraine

Alle Bibelstellen sind nach der Luther-Übersetzung 2017 zitiert.

 


Es gibt eine Geschichte, die immer wieder mal erzählt wird, …

… und obwohl die Details sich ändern, bleibt deren Moral gleich: Eine Gruppe Wanderer kam an einen Fluss. Eine Stimme sagte: »Nehmt so viele Kieselsteine aus dem Fluss, wie ihr wollt, überquert dann den Fluss und geht weiter. Ihr werdet froh sein, und ihr werdet traurig sein.«

Die Reaktion war verschieden. Manche lasen auf, so viel sie bequem tragen konnten, sie hatten ja schon ihre Camping-Ausrüstung zu tragen. Andere begnügten sich mit einer Handvoll. Und noch andere glaubten, sie hätten schon genug im Leben zu tragen; sie meinten, sie bräuchten nichts zusätzlich.

Als sie den Fluss überquert hatten und einige Meilen vorangekommen waren, verwandelten sich die Kieselsteine alle in Smaragde. Sie freuten sich über die Steine, die sie mitgenommen hatten, und bedauerten, dass es nicht noch mehr waren.

Genauso ist es mit der Hingabe. Wir werden froh sein über das Maß, in dem wir unser Leben dem Herrn übergeben haben. Und es wird uns leidtun, dass wir ihm nicht mehr gaben.

Aus „Nimm mein Leben“, MacDonald, CLV