Mein Bekenntnis der Hoffnung

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  • Annettas Auto kollidierte nicht mit dem Baum, sondern rutschte knapp davor in den Graben.

Mein Bekenntnis der Hoffnung

2021-03-19T10:45:25+01:005. März 2021|

Liebe Geschwister, ich bin Anetta Lukjanez aus der Gemeinde Bremen Mahndorf. Seit meiner Bekehrung ist mein Leben ein Abenteuer geworden, dessen Ereignisse ich zur Erbauung und zur Verkündigung von Gottes Liebe gebrauche. Ich möchte euch von einem Erlebnis berichten. Fühlt euch ermutigt, niemals den Heiligen Geist zu dämmen und Ihm zu gehorchen.

 

„Denn die Berge mögen weichen und die Hügel wanken, aber meine Gnade wird nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht der HERR, dein Erbarmer“ Jes 54, 10

 

Das schöne, uns anvertraute Gut

Es war ein verregneter Sommernachmittag, als ich mich von der Arbeit auf den Heimweg machte. In Gedanken war ich schon bei der Planung des restlichen Tages, denn ich erwartete Besuch und wollte noch einiges vorbereiten. Da es seit morgens durchgehend geregnet hatte, nahm ich einige Kollegen mit meinem Auto mit.

Doch obwohl scheinbar alles in Ordnung war, herrschte in mir eine starke Unruhe. Den ganzen Tag schon trieb mich der Geist zum Gebet. Für wen sollte ich dieses Mal beten? War jemand in Gefahr? Jemand aus der Familie oder doch ein Freund oder Gemeindemitglied? Ich folgte dem Drang und betete flehentlich im Geiste um Schutz und Gnade. Einige Stunden später sollte ich erfahren, wem das Gebet gelten sollte.

 

Ich fuhr aus der Ortschaft und bog in eine Kurve. Diese Straße war meine absolute Lieblingsstraße. Ich genoss es immer, auf dem Heimweg durch die Baumallee zu fahren, die unseren Ort mit dem Nachbarort verband. Doch dieses Mal war es anders. Durch den Regen war die Sicht nach wie vor schlecht und bevor ich reagieren konnte, kam ich von der Straße ab und fuhr auf den durchnässten Grünstreifen, der zwischen der Straße und dem tiefliegenden Graben lag.

Die Reifen rutschten durch den Schlamm und ich konnte nicht mehr auf die Straße zurückkehren. Ich befand mich noch in der Kurve, bewegte mich dann aber abrupt wieder zurück auf die Straße.

Im nächsten Moment brach das Auto aus und begann zu schleudern. Ich verlor völlig die Kontrolle darüber und schlitterte von der einen Seite auf die andere. Plötzlich sah ich einen Baum vor mir. Ich fuhr gradewegs auf ihn zu und verstand, dass ich einen Zusammenprall nicht überleben würde.

 

Zu sich gezogen aus lauter Gnade

Als ich die Augen wieder öffnete, befand ich mich noch immer in meinem Auto. Es stand schief und es war dunkel um mich herum. Meine Hände hatten noch immer das Lenkrad fest umfasst, meine Beine bebten, in meinem Kopf herrschte ein Durcheinander und ich war fassungslos.

Und in diesem Moment befand sich Jesus im Auto, das weiß ich heute. Es war so, als hätte Er in aller Heiligkeit den dunklen Platz neben mir eingenommen. Ein kurzer Blick aus dem linken Fenster ließ mich erschaudern. Der Baum, von dem ich eben noch gedacht hatte, dass er mein Ende bedeutete, stand hoch oben an der Straße. Nun war er aber nicht mehr bedrohlich, sondern erhaben und still. Ich starrte runter auf meine Bibel in meiner Seitentür. Ich lebte. Mein Gott, ich lebte!

„Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht“ 2.Tim 1,7

 

Schon hörte ich aufgeregte Stimmen von Menschen, die den Graben heruntereilten und ich rief überglücklich: „Alles gut! Ich lebe noch!“ Sie versuchten, mich aus dem Auto zu holen, doch die Türen ließen sich nicht öffnen. Der Graben mitsamt hohem Gestrüpp hatte mich trotz der Geschwindigkeit wie ein großes Kissen aufgefangen.

Perplex stieg ich irgendwie durch die Hintertür aus und kletterte nach oben. Von der Straße aus war nichts zu sehen. Der Wagen war komplett abgerutscht. Der Regen hatte aufgehört und die Sonne strahlte friedlich über die nasse Straße.

 

Ich verlasse dich nicht

Einen Tag später fuhr ich dieselbe Stelle mit meinem Fahrrad ab. Ich war verschont geblieben. Ich hatte durch mein Schleudern keinem anderen Menschen geschadet und darüber war ich heilfroh. Keiner hatte bei diesem Unfall leiden müssen, nicht einmal ich. Mein Auto wurde wie ein toter Fisch aus dem Graben gezogen – ein Totalschaden.

Aber ich darf leben und wieder arbeiten gehen, als wenn nichts gewesen wäre. Ich stieg von meinem Fahrrad ab, musterte die Stelle, ließ alles noch einmal Revue passieren und versuchte, das Geschehene zu begreifen. Und da sah ich die Schmutzstreifen auf der Straße. Diese stammten eindeutig von meinem Auto, denn nach dem Unfall hatte es nicht mehr geregnet.

Ich verfolgte die Spur und sah, wo der Schlamm auf der Straße lag und wo die Schlammspur wieder verschwand. In der Nähe erschien die Spur wieder und führte zu jenem prächtigen Baum, der stiller Zeuge meines Glücks im Unglück wurde und nun jeden Tag wie ein Denkmal seine starken Zweige verehrend zum Himmel emporstreckt.

Gespannt verfolgte ich die Spur weiter. Etwa zwei Meter vor dem Baum bog sie sehr scharf ab. Das war die Stelle, an der kein anderer als mein Gott mich vor einem schrecklichen Tod bewahrt hatte.

 

Alles dient der Verherrlichung des HERRN

Den zukünftigen Schwierigkeiten möchte ich mich getrost mit dem Herrn an meiner Seite stellen. Er wird für alles sorgen, dessen bin ich gewiss und heute bezeuge ich, dass Er bereits vortrefflich für mich gesorgt hat. Eines Nachts, als ich im Traum vor Seiner Heiligkeit stehen durfte, ermutigte Er mich, denn eine Stimme sprach, ohne dass ich es akustisch hörte: „Alles dient der Verherrlichung des HERRN!“ und „Groß sind die Werke des HERRN!“

 

Von einer Glaubensschwester aus unserer Gemeinde erfuhr ich nach einiger Zeit, dass sie zum damaligen Zeitpunkt Gesichte gesehen hatte: Ich raste mit schneller Geschwindigkeit auf eine schwarze Tür zu. Kurz davor riss mich eine helle Gestalt zur Seite. In einem weiteren Gesicht sah sie mich mit ausgebreiteten Armen vor einem Wasserfall stehen. Ohne Zweifel sind diese Visionen Sinnbilder, die ohne weitere Worte alles bezeugen, was ich durchlebt hatte.

 

Mehr als zwei Jahre nach dem Autounfall schaue ich auf diese Zeit zurück und erkenne Gottes liebende, gebende und väterliche Hand in allem. In den zwei Wochen nach dem Unfall haben sich nicht nur Hügel, sondern ganze Berge auf den Befehl des HERRN in Nichts aufgelöst. Gott hat meinen Weg geebnet. Er ist die Antwort auf alle meine Fragen, auch wenn sie in meinem menschlichen Verständnis wahrscheinlich nie endgültig gelöst werden können.

 

Lass dir an meiner Gnade genügen

Wie auch immer dein Leben und deine Situation gerade sein mag: Sei gewiss, dass alles zu deinem Besten und zur Ehre Gottes dient. Nicht immer ist unser Alltag von Liebe und Gottseligkeit erfüllt. Unser menschliches Versagen findet immer wieder einen Platz in unserem Leben und so entstehen Schwierigkeiten und Lasten, die wir uns selbst auferlegen. Aber sei getrost, selbst deine ärgerlichen Fehler und dein Misslingen sind Bestandteile des Prozesses. Diese Situationen sind die Bestätigung für Gottes Gnade und dadurch verstehst du, dass nicht deine Kraft dich im Glauben hält, sondern allein die starken Arme deines dich liebenden Gottes.

 

Ich möchte dich ermutigen, niemals deine Seele mit Zweifel zu kränken und deine Zeit mit dem genauen Planen deines Lebens zu vergeuden. Nutze sie vielmehr dazu, in völliger Ergebenheit die Knie in deinem Zimmer zu beugen. Gott, dein Erbarmer, verherrlicht Sich in deiner Schwachheit. Unsere Macht ist das Gebet, unser anvertrautes Gut der Heilige Geist, der in uns nach unserer Bekehrung lebt und uns, das Wort Gottes sagt es so, mit unaussprechlichen Seufzern vor Gott vertritt. Wir dürfen jeden Tag auf die Führung Gottes freudig gespannt sein.

 

„Groß sind die Werke des HERRN, erforscht von allen, die sie lieben“ Ps 111,2

 

Anetta Lukjanez
Gemeinde Bremen-Mahndorf