Raus aus dem Loch!

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  • Im geistlichen Loch sehen wir Gottes Liebe häufig nicht – die doch immer für uns da ist. Gott wartet mit offenen Armen auf uns – und doch nehmen wir es oft nicht wahr. Bildquelle: 1920x1280_AdobeStock_209394051 @ brainwashed-4-you

Raus aus dem Loch!

2021-11-30T13:08:48+01:0030. November 2021|

Nicht selten kommt es vor, dass wir uns in geistlich schwierigen Situationen befinden. Diese Zeiten können einige Tage andauern und vergehen bald wieder. Aber was ist mit den beschwerlichen Umständen, die sich über Wochen oder sogar Monate hinziehen? Wenn man merkt, dass der geistliche Zustand immer schwächer wird und so selbstverständliche Dinge wie Bibellesen und Beten immer mehr Überwindung kosten. Fragen bleiben unbeantwortet, die Bibel sagt einem nichts mehr und im Gebet ist nicht das Geringste zu spüren. Und auf einmal weiß man, dass man im geistlichen Loch angekommen ist. Genau mit diesem „geistlichen Loch“ beschäftigt sich die eine Artikelserie, die erstmals im Jugendkompass 03/20 erschienen ist.

 

1)  Wenn Gott prüft...

„Da stand Hiob auf und zerriss sein Kleid und schor sein Haupt und fiel auf die Erde und neigte sich tief und sprach: Ich bin nackt gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der Herr hat‘s gegeben, der Herr hat‘s genommen; der Name des Herrn sei gelobt!“ (Hiob 1,20-21). Manchmal wird es angekündigt, selten sehen wir es kommen und oft bricht es unerwartet in unser Leben hinein: Die Prüfung von Gott. Jeder von uns hat es erlebt oder wird es noch erfahren. Aber wie gehe ich mit einer Situation um, die alles von mir fordert? Wie verhalte ich mich in Lebenslagen, die meine Kräfte übersteigen? Wie halte ich weiter am Glauben fest? Die Bibel zeigt uns einen Mann, der diese Fragen beantworten kann. Er wusste, wer Gott ist und sündigte mit seinem Verhalten nicht, als ihm alles genommen wurde. Er ist für uns ein Beispiel und Glaubensheld zugleich. Sein Name ist Hiob.

 

Es geht los!

Das ganze Vermögen ist weg, seine Kinder sind tot und er selbst ist schwer erkrankt. Unerwartet, Schlag auf Schlag und ohne Erklärung. Allein die Forderung seiner Frau, sich von Gott abzusagen, steht im Raum. Ein Sprichwort lautet: „Schlimmer geht immer!“ Aber in dieser Situation? Wie soll man sich da bloß verhalten?

 

Den Gefühlen Raum geben

Als Hiob von all diesen Schreckensnachrichten erfuhr, zerriss er sein Kleid und schor sich sein Haupt. So brachte er seine tiefe Trauer zum Ausdruck. Es steht uns Menschen zu, unseren Gefühlen und Emotionen Raum zu geben. Salomo schreibt darüber, dass alles seine Zeit hat, auch das Weinen und das Trauern. Als Johannes getötet wurde, ging Jesus selbst an einen einsamen Ort, um Seine Trauer zu verarbeiten. Wichtig an diesem Punkt ist, darauf zu achten, welche Folgen das hat. Bleibe ich weiterhin in meinem Gefühlszustand wie Trauer, Angst etc. oder gehe ich die nächsten Schritte?

 

Die Situation richtig einschätzen

Das Gebet, welches Hiob danach sprach, würden wir wohl kaum beten können. Hier zeigt sich, dass dieser Mann Gott kannte und für uns ein echtes Glaubensvorbild ist. Vor allem, wenn wir den Anfang seiner Worte betrachten, fällt uns auf, dass er die Prüfung richtig beurteilen konnte: „Ich bin nackt gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren.“

 

Auch für uns ist es wichtig, dass wir am Anfang der Prüfung die Situation richtig einschätzen. Das betrifft folgende Punkte:

 

Unser Gottesbild: Ich kann eine Prüfungssituation nur dann richtig einschätzen, wenn ich eine richtige Vorstellung von Gott habe. Im Gegensatz zu Seiner Ewigkeit ist unser Leben ein Dampf, der schnell verschwindet. Im Vergleich mit Seiner unbeschreiblichen Größe sind wir ein winziges Staubkorn. Wie könnten wir uns da das Recht herausnehmen, Gott anzuklagen oder Ihn zu beschuldigen? Ist Er doch unser Vater und Hirte, der das Weltgeschehen und unser Leben unter Seiner Kontrolle hat. „Stehen wir doch unter ihm“ (1.Mo 50,19/ LUT 1912) und unter Seiner gewaltigen Hand.

 

Gottes Art zu prüfen: Egal welche Situation uns begegnet, wir dürfen uns sicher sein, dass der Herr in diesen Lebenslagen voller Mitgefühl und Barmherzigkeit für uns ist, wie es in Jakobus 5,11 beschrieben ist. Er prüft uns nie über unser Vermögen hinaus (1.Kor 10,13). Er tut es immer, um unsere wahren Absichten zu offenbaren. In jeder Prüfung erkennen wir, wo wir geistlich wirklich stehen und wer wir sind. Unser wahres „Ich“ kommt an dieser Stelle zum Vorschein.

 

Deine spezielle Situation: Gerade zu Anfang der Prüfung stellt man sich oft die Frage, warum Gott sie zugelassen hat. Ist es eine Prüfung oder ist die Situation selbst verschuldet? So stellt man sich Fragen, die nur unnötig Kraft rauben. Wichtig ist in diesem Moment nur eines: Die Situation anzunehmen.

In jeder Prüfung erkennen wir, wo wir geistlich wirklich stehen und wer wir sind.

Annehmen

Das ist der schwierigste Teil und wir versagen an dieser Stelle oft. Gerade in dieser heiklen Phase, in der wir darum ringen, die Prüfung anzunehmen, greift der Feind besonders intensiv an. Das Annehmen solcher Situationen fällt uns deshalb so schwer, weil es ein Zeichen der Unterordnung unter den Willen Gottes ist. Nicht umsonst hat Jesus in Gethsemane damit gerungen, den vor Ihm liegenden Kreuzesweg vom Vater anzunehmen.

 

Die Wahrheit aber ist, dass Gott uns Gnade gibt, wenn wir die Prüfung annehmen (vgl. 1.Petr 5,5). Sie bewahrt uns vor Verbitterung und Enttäuschung, die die ersten Stufen zum geistlichen Tod sind. Gott denkt immer weitsichtiger als wir. Seine Wege sind für uns nicht immer logisch nachvollziehbar. Anstatt zu versuchen, eine Prüfung zu begreifen, sollten wir dafür beten, sie aus Seiner Sicht sehen zu können. Das tat auch Habakuk. Als der Herr ihm Seinen Plan offenbarte, konnte er Ihn nur loben. Und das ist auch der nächste Schritt.

 

Gott die Ehre geben

Es ist eine bewusste Entscheidung, Gott in Prüfungen und schweren Zeiten zu danken. Wir dürfen nie vergessen, dass es immer Hoffnung gibt. Klagelieder 3,21-23 zeigt uns, dass wir nicht verzagen müssen, auch wenn alles ausweglos erscheint. Seine Güte, Barmherzigkeit und Treue machen uns Mut. Das Danken befreit uns von Selbstmitleid, erhebt Gott und Seine Wege und stellt Ihn in den Mittelpunkt. Genau das ist Sein Wille für uns. Wir können Seine Wege und Gedanken nie vollständig begreifen, da sie viel höher sind als unsere (vgl. Jes 55,8-9). Dazu sind sie zu vollkommen, heilig, gerecht und dienen uns zum Besten. Wie können wir da noch klagen und uns gegen den Allmächtigen stemmen? In solch schwierigen Zeiten ist unser Lob und Dank ein wahrer Akt der Demütigung, welcher dem Herrn angenehm ist.

Wir müssen unsere Situation aus Gottes Perspektive sehen. Ein Perspektivenwechsel kann uns aus unserer deprimierten Lage befreien. Wir haben einen starken Gott an unserer Seite! Bildquelle: AdobeStock_296343799 @ Olivier-Le-Moal-scaled

Ausharren

Ausharren ist ein Wort, das heute nicht mehr modern ist. Wir benutzen es höchstens im biblischen Zusammenhang. Heute wollen wir immer alles sofort haben. Wir sind es gar nicht mehr gewohnt zu warten. Umso schwieriger ist es, uns zu gedulden und auf Gott zu hoffen. Ausharren ist eine Fähigkeit, die Er besonders wertschätzt. Doch wie geht man das Ganze praktisch an?

 

Gemeinschaft suchen

In schwierigen Phasen brauchen wir einsame Zeiten, um zu verarbeiten. Doch wenn man zu lange allein ist, kann es gefährlich werden. Denn auf solche Gelegenheiten wartet der Feind, um unseren Glauben durch Verzweiflung und Selbstmitleid Stück für Stück zu zerstören.

Gemeinschaften mit Gläubigen in Gottesdiensten und Gebetsstunden stärken uns und lassen uns wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, die schwere Zeiten durchleben müssen.

 

Auf der Grundlage von Verheißungen beten

Wir dürfen im Gebet auch Verheißungen in Anspruch nehmen, die uns ganz klar in der Bibel hinterlassen worden sind (vgl. Hebr 13,5-6 oder 2.Kor 4,17-18). Es ist lebensnotwendig, dass wir uns an die Schrift klammern. Allein von Seinem Wort leben wir und können somit die Angriffe des Teufels überwinden. Wenn wir aufhören, an Sein Wort und Seine Verheißungen zu glauben, geben wir sehr schnell das Ausharren auf.

 

Nicht stehen bleiben

Prüfungen können einen Stillstand bewirken. Wir gehen nicht mehr weiter, sondern bleiben einfach liegen. Um jeden Preis sollte man diesen Zustand vermeiden. Sobald wir aufgeben, hat der Teufel leichtes Spiel mit uns. Gehen wir aber stur wie ein Esel weiter und glauben daran, dass Gottes Wege für uns die besten sind, werden wir früher oder später siegen und der Feind flieht.

 

2)  Herr, warum schweigst du?

„Herr, durch deine Gnade hattest du meinen Berg fest hingestellt; als du aber dein Angesicht verbargst, wurde ich bestürzt“ (Ps 30,8).

 

Lieber Jugendlicher, kennst du dieses Gefühl, wenn man mit einem beladenen Herzen zum Thron der Gnade kommt, um dort ein aufbauendes Wort vom Herrn zu erhalten und nichts kommt? Wenn deine Seele vor lauter Kummer zum Himmel schreit und du den Eindruck nicht loswirst, dass dein Gebet nur bis zur Decke geht? Du hinterfragst dich selbst, suchst aktiv nach einem Zuspruch Gottes und es kommt einfach nichts. Gott schweigt! Als hätte Er dir nichts mehr zu sagen. Dieser Zustand ist entsetzlich, nicht wahr? Ist dieses Schweigen Gottes noch biblisch? Ist es normal, dass ein Kind Gottes solche Schweigeperioden in seinem Glaubensleben durchmachen muss? Für jeden, der sich in diesen Zeilen wiederfindet, birgt Gottes Wort eine gute Botschaft! Ja, selbst Männer und Frauen Gottes mussten es in ihrem Leben erfahren, was es bedeutet, wenn Gott zu ihrer Not oder ihren Fragen über lange Zeiten hinweg schweigt. In Psalm 30,8 sagt David, dass er erschrak, als Gott Sein Angesicht vor ihm verbarg! David wusste somit nur zu genau, was Gottes Schweigen für ein Kind Gottes bedeutet.

Gott lässt Prüfungen in unserem Leben zu, damit durch sie eine gewisse Frucht in unserem Leben entsteht, die sich in Form eines tiefen inneren Friedens mit Gott ausdrückt.

Symptome für Gottes Schweigen

Ein wiedergeborenes Kind Gottes erkennt sehr schnell, dass sich in seiner Beziehung zu Jesus etwas gravierend geändert hat. Dies lässt sich mit einem gesunden Menschen vergleichen, der plötzlich merkt, dass er nicht mehr zu hundert Prozent leistungsfähig ist. Diese Symptome sind die ersten Warnsignale, die einem zeigen, dass irgendetwas nicht mehr so ist, wie es war. Es klemmt irgendwo!

Bleibe ich weiterhin in meinem Gefühlszustand wie Trauer, Angst usw. oder gehe ich die nächsten Schritte?

Bei einem Christen können diese Symptome wie folgt aussehen: Zunächst fällt auf, dass die Gemeinschaft mit Gott im Gebet und dem Wort Gottes fehlt. Außerdem redet Gott nicht mehr durch Visionen, Träume oder Prophetien. Im Herzen macht sich ein Gefühl der Kälte breit, denn der Himmel scheint deinem Schreien gegenüber verschlossen zu sein. Ferner bleiben die Gebetserhörungen und die Erfüllung im Heiligen Geist aus. Und als Letztes wird das Herz mit so einer tiefen Trauer erfüllt, dass es für den Trost und die Ermutigung durch die Bibel unempfänglich bleibt. Samuel beschreibt den Zustand vom Volk Gottes mit folgenden Worten:

 

„Zu jener Zeit war das Wort Gottes selten, es brach sich keine Offenbarung Bahn“ (1.Sam 3,1).

Deshalb liebe Jugend: Raus aus dem Loch der Zweifel und der Verbitterung! Die Erkenntnis Gottes lässt uns geistlich wachsen. Gott ist für uns da! Und wenn auch alles schiefzugehen scheint: Dein Vater im Himmel steht zu dir. Bildquelle: AdobeStock_277303131 @ zuzz-scaled

Gründe für Gottes Schweigen

Zunächst sei gesagt: Gottes Schweigen hat immer einen Grund! Im Leben Seiner Kinder tut Gott nichts, ohne genaue Absichten zu verfolgen. Das Schweigen Gottes ist somit nicht in erster Linie als Strafe oder gar Lieblosigkeit zu verstehen, sondern vielmehr als liebende Handlung eines himmlischen Vaters, der nur gute Absichten im Leben Seiner Kinder verfolgt.

Doch gibt es einen Grund, der einen Christen in höchste Alarmbereitschaft versetzen sollte:

 

1.Gott schweigt aufgrund schwerer Sünden und Halsstarrigkeit:

Gott beschreibt in Jesaja 59,2 den Zustand des Volkes Israel wie folgt: „Sondern eure Missetaten trennen euch von eurem Gott und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, dass er nicht hört!“ Und in Römer 1,26: „Darum hat Gott sie dahingegeben.“

 

Das Volk Israel lebte lange Zeit in bewusster Sünde und wollte dennoch, dass Gott ihnen wie zu Moses Zeiten nahe ist. Doch Gott machte dem Volk Israel klar, dass ihre Gebete aufgrund wissentlicher Sünden nicht erhört werden und Er sich folglich von Seinem Volk abwenden würde. Doch dem Volk war es egal, es liebte die Sünde! Wenn ein Kind Gottes bewusst in Sünde lebt und diese nicht bekennt, ist es nicht verwunderlich, wenn Gott sich diesem Menschen gegenüber in Schweigen hüllt. Zudem ist dieser Zustand höchst gefährlich, da Gott sich immer mehr und mehr von ihm abwendet. Gott hat diesem Menschen nichts mehr zu sagen, da Er Seine letzte Botschaft in Form von Jesu Opfertod bereits mitgeteilt hat. Solange der Mensch diese Botschaft nicht in Anspruch nimmt, wird Gottes Schweigen anhalten. Um dieses Schweigen zu brechen, ist es nötig, dass man Jesu Blut für sich in Anspruch nimmt.

 

Im Schweigen Gottes ist also immer eine Antwort zu finden. In jedem Lebensabschnitt, in dem ein Christ von Gottes Schweigen begleitet wird, verfolgt Gott gewisse Absichten.

 

Hier nun zwei weitere beispielhafte Gründe:

2.Aufgrund einer Glaubensprüfung / Vorbereitung für einen künftigen Dienst:

Jeder Christ wird in seinem Leben wohl immer wieder ein und denselben großen Mangel feststellen, nämlich den Mangel an Glauben. Jesus fragte einmal Seine Jünger, ob Er noch Glauben auf dieser Erde findet, wenn Er einst wiederkommt. Dabei ist ein fester Glaube unabdingbar! Und um diesen zu stärken, lässt Gott uns durch Lebensabschnitte gehen, in denen uns Sein Schweigen begleitet. So lesen wir in der Bibel von Hanna, die eine sehr lange Zeit um ein Kind bat. Jedes Jahr zog sie zum Tempel hinauf und bat Gott inbrünstig um die Erfüllung dieses Herzenswunsches, doch Gott schwieg. An dieser Frau können wir deutlich die Absichten Gottes erkennen. Zunächst erprobt Gott ihren Glauben. Er lässt sie bitten und weinen, um zu sehen, ob sie weiter am Glauben festhält. Außerdem war Hanna Angriffen durch ihre Feindin Peninna ausgesetzt und Gott prüfte Hanna weiterhin darauf, ob sie Ihm uneingeschränkt ihr Vertrauen schenken würde. Gott schwieg, um Hannas Treue zu testen. Nur durch diese Erfahrungen war Hanna später in der Lage, ihren heißerbetenen Sohn wieder an Gott abzugeben. Dieser Knabe Samuel wurde ein großer Mann Gottes! Durch diese bestandene Glaubensprüfung erwies Gott Hanna die Gnade, Mutter dieses großen Mannes zu sein. Das war ihr Dienst! Doch das konnte sie zum Zeitpunkt der Prüfung noch gar nicht wissen.

 

Solche Glaubensproben sind die wichtigsten Lektionen im Leben eines Christen! Er wird von Gott aktiv in Seine Schule genommen und für seine Zukunft vorbereitet. Sieh Gottes Schweigen deshalb als einen Liebesbeweis an und übe dich in Geduld, der Lohn wird groß sein!

 

3.Man hat Teil an einem viel größeren Segen:

Es klingt zunächst paradox, doch darin liegt eine tiefe Wahrheit: Gott schweigt, um Seinen Kindern ein volles und überfließendes Maß an Segen zuteil werden zu lassen. Am Leben von Hiob, dem wohl bekanntesten Mann, der so viel gelitten hat, lässt sich das deutlich erkennen. Hiob wurde schwer geprüft und das, ohne gesündigt zu haben. Gott lässt diesen Mann sehr lange Zeit in Unkenntnis, warum alles so kam. Hiob verlor sein ganzes Eigentum und was noch viel schlimmer war, die Gemeinschaft mit Gott. Auf Hiobs Rufen und Klagen schwieg Gott. Warum? Gott ließ diese Prüfung im Leben von Hiob nur zu, weil Er ihn an einem noch größeren Segen teilhaben lassen wollte. Dies beschreibt die Bibel so wunderbar im letzten Kapitel des Buches Hiob. Wenn die Ursache von Gottes Schweigen nicht im Vorhandensein einer Sünde zu finden ist, so verfolgt Gott immer die Absicht eines tieferen Segens. Dieser Segen ist zunächst auf der geistlichen Ebene ersichtlich, kann sich aber auch auf alle materiellen Bedürfnisse des Lebens erstrecken. Dieser Segen ist gewaltig, da das Kind Gottes einen massiven Glaubenswachstum erfährt, das bis zu einer sehr tiefen und intimen Beziehung mit Jesus führt, die wahrhaft echt ist. Dann kann einem ebenfalls das Zeugnis ausgestellt werden, welches Henoch von Gott einst empfing: „Und weil er ein göttliches Leben führte, nahm ihn Gott hinweg“ (1.Mo 5,24). Hier kann sich das Kind Gottes nur in Geduld und Ausharren üben, da Gott diese Prüfung zu Seiner Zeit beenden wird.

 

3)  Was beabsichtigt Gott mit den Prüfungen?

Jeder hat sich bestimmt schon mal die Frage gestellt, warum gerade er die eine oder andere Prüfung durchmachen muss und das meist zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Diese Frage kann der Neugier, Verbitterung oder sonstigen Gründen entspringen. Oft findet sich darauf keine Antwort und manchmal bleibt es auch ein Geheimnis, das erst in der Ewigkeit enthüllt wird. Zu beschränkt sind unsere Gedanken, als dass wir auch nur ansatzweise Gottes vollkommene Absichten dahinter ergründen könnten.

 

Auf der Suche nach einer schnellen Antwort fragen wir oft nach dem „Warum“, doch die Frage „Wozu passiert mir das?“ hat sich als segensreicher erwiesen. Und hier gibt uns die Bibel einen Hinblick auf die Ewigkeit. So heißt es in Römer 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“ Dessen können wir uns schon hier sicher sein, dass uns alle Dinge im Leben zum Besten dienen, wenn wir Jesus lieben! Damit, so scheint es, sollen wir uns zufriedengeben. Doch es ist ein Vorrecht, das dürfen wir hier schon wissen! Damit sind auch die Prüfungen, das vermeintliche Loch, in dem wir manchmal stecken, gemeint. Doch dieser Vers strahlt eine gewaltige Zuversicht aus, wenn wir ihm Glauben schenken! Keine Depressionen, kein zweifelndes Grübeln, In-sich-Zusammensacken und Liegenbleiben! Dazu neigen wir Menschen oft. Dieser Vers zeigt uns, dass hier kein willkürlicher Gott handelt. Dahinter steckt keiner, der uns etwas Böses will. Es ist der weise, allmächtige und allwissende Gott, der unser Leben führt und Prüfungen mit den zu uns passenden Methoden in unser Leben lässt, weil Er uns so gut kennt.

„Wozu passiert mir das?“ hat sich als die segensreichere Frage erwiesen.

Das ist so, weil Gott uns viel besser kennt als wir uns selbst. Unsere menschliche Reaktion darauf ist oft so, wie es Hebräer 12,11 beschreibt: „Alle Züchtigung aber scheint uns für den Augenblick nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen, danach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind!“ Gott lässt also Prüfungen in unserem Leben zu, damit durch sie eine gewisse Frucht in unserem Leben entsteht, in Form eines tiefen inneren Friedens mit Gott. Diese Frucht entsteht durch Übung, dementsprechend sind die Prüfungen ein Bestandteil unseres Lebens.

 

Deshalb bitte ich euch liebe Jugend: Komm raus aus dem Loch der Zweifel und Verbitterung. Lasst uns dessen bewusst sein, dass unsere menschliche Sicht oft nur für den nächsten Schritt in unserem Leben reicht! Gottes Weitsicht hingegen reicht bis in die Ewigkeit hinein. Wohlwollend sieht Er das Gesamtergebnis unserer Prüfung schon von Beginn an. Er hat unsere ganze Zukunft schon längst durchlebt! Einmal werden wir Ihn dafür preisen, dass Er uns durch Tränentäler geführt hat.

 

Amen!

 

Aus dem Jugendkompass, Speyer